Wanderausstellung „Gurs 1940“ in der Bibliothek

– Herr Stalter spricht – Schüler*innen sprechen –

Herr Stalter:

So kam die Ausstellung nach Dahn…
Der Fachbereich Geschichte betreibt schon seit vielen Jahren aktive Gedenkarbeit zur deutschen Geschichte – zumeist am 09.11., dem Gedenktag zur sog. „Reichskristallnacht“ von 1938, mit Wanderausstellungen, Veranstaltungen in der Verbandsgemeinde bzw. mit alljährlichen Exkursionen in das KZ Natzweiler-Struthof im Elsass.

Speziell von dieser Ausstellung „Gurs 1940“ beziehungsweise der Möglichkeit einer Wanderausstellung habe ich bei ihrer digitalen Eröffnungsveranstaltung im Historischen Museum der Pfalz in Speyer im April erfahren. Bei dieser Gelegenheit habe ich den entscheidenden Kontakt mit dem Bezirksverband Pfalz aufgenommen und eine Zusage bekommen.

Die Ausstellung reiht sich also in eine Reihe zahlreicher Wanderausstellungen, die wir im Schulzentrum schon hatten, ein. Diese Wanderausstellung hat natürlich den Vorzug, dass sie mit der Deportation der Juden aus der Saarpfalz, aus Baden und aus dem Elsass lokalgeschichtlich interessant ist. Für den Geschichtsunterricht ist dies ein sehr gute Ergänzung.

Warum dieses Thema gerade heute so wichtig ist…
Uns Lehrern des Fachbereichs Geschichte liegt das Thema „Nationalsozialismus“ bzw. „Judenverfolgung“ sehr am Herzen, da es auf Grund des jüngst immer stärker um sich greifenden Antisemitismus in Deutschland wichtig erscheint, sich mit diesem Kapitel der deutschen Geschichte zu beschäftigen. Es darf im Sinne der Aufklärung und Verantwortung nicht vergessen werden.

Wir erleben in vielen westlichen Demokratien gerade eine zunehmende Polarisierung sowie einen Rechtsruck, der Grundsätze des menschlichen Miteinanders in Frage stellt: Menschen werden nicht mehr als Menschen betrachtet und behandelt; Meinungen werden nicht toleriert; Diskussion ist nicht mehr der Austausch von Argumenten, sondern Urteil.

Mich bewegt…
Wenn man sich in der Ausstellung mit der Thematik der Judenverfolgung befasst, bewegt mich am meisten, dass Menschen in einer zivilisierten und fortschrittlichen Gesellschaft „plötzlich“ zu Außenseitern werden. Es gibt bewegende Fotos und schreckliche Textdokumente, die belegen, wie Menschen zu Tätern, Mitläufern oder Opfern werden.

Ich kann diese Ausstellung empfehlen, weil...
…sie viel darüber erzählen kann, wozu Menschen in der Lage sind bzw. was Menschen erleiden müssen.

…sie vielleicht die Notwendigkeit von Wachsamkeit und Aufklärung deutlich macht.

Schüler*innen des GKs-12-Geschichte Reflektieren Ihren Besuch:

Eindruck nach dem Ausstellungsbesuch:

– bewegend, berührend (Noah und Emily)

– mitreißend, informativ, ausdrucksstark und aufschlussreich (Luca und Laura)

– erschreckend informativ (Georg)

– interessant durch viele Quellen und Bilder (Carolin und Jana)

– anschaulich, erschreckend, interessant (Marvin)

– detailliert interessant, spannend, traurig, vielseitig (Finn)

– informativ, interessant, spannend (Nico)

Bewertung des Ausstellungsbesuchs:

– Emily und Noah halten den Besuch für „aufschlussreich, da wir neue Informationen erhalten haben, auch in Sachen der ‚Schuldfrage‘, denn Frankreich übernimmt eine ‚neue‘ Rolle.“

– Luca, Laura und Georg sehen die Ausstellung vor allem als „informativ“ an, „da das Ausmaß des Judenhasses uns bewusst geworden ist, der viel weiter verbreitet war, als wir gedacht haben.“

– Adrian und Lorenz finden die „Erinnerung wichtig für unsere Zukunft.“

– Jana und Carolin halten das Thema der Ausstellung für „besonders wichtig, da es nicht in Vergessenheit geraten darf. Durch die Ausstellung wurde einem die Wichtigkeit noch bewusster.“